Nicht passender Zahnersatz und schlechte Füllungen

Schlecht passender Zahnersatz, Füllungen oder Zahnkronen mit überstehende Füllungsrändern sollten nicht nur aus Gründen der Parodontitisvermeidung behoben werden. Sie stellen auch ein Risiko für Karies dar, sind ästhetisch störend und sorgen für Mundgeruch und Einschränkungen bei der Kaufunktion.

Schlechte zahnärztliche Versorgungen behindern die Zahnpflege und sorgen für Entzündungen

Für schädigende Bakterien, die der Auslöser für eine Parodontose sind, bilden sie geschützte Nischen, wo sie sich dem Zugriff von Pflegemassnahmen entziehen können. Genau genommen sind diese Risikofaktoren der Kategorie schlechte bzw. erschwerte Mundhygiene zuzuordnen.

Überstehende Kronen- und Füllungsränder: Schlupfwinkel

Zahnkronen und Füllungen müssen grundsätzlich einen dichten Übergang zum Zahn haben, ohne Stufen, Überhänge oder Spalten. Ist das nicht der Fall, ergeben sich Nischen, die Bakterien das Anheften und das ungestörte Vermehren erleichtern, da diese Bakterienischen durch die tägliche Zahnpflege kaum korrekt gereinigt werden können. Das Risiko für die Entwickling von Karies und Parodontitis steigt.

Herausnehmbarer Zahnersatz: Überlastung?

Prothesen bestehen aus 2 Anteilen, die beide eine Gefährdung für Zähne darstellen können. Einerseits sind da die Verankerungen am Zahn: Teleskopkronen, Kronen-Geschiebe und Klammern. Neben der Möglichkeit Schmutznischen zu entwickeln (s.o.) sorgen Teleskop- bzw. Geschiebekronen oder Klammern immer auch für eine stärkere Belastung der Ankerzähne. Überlastungen von Zähnen gilt dabei als eigener Parodontose-Risikofaktor. Die Zahnblelastung wird bei nicht oder ungünstig aufliegenden Prothesensätteln verstärkt. Wenn Prothesensättel nicht mehr gleichmäßig auf dem Kiefer aufliegen, kommt es zum Schaukeln der Prothese und Hebelkräfte wirken verstärkt auf die Ankerzähne.

Füllungen austauschen, bessere Kronen, Zahnimplantate?

All diese Risiken sind zahnärztlicherseits meist gut zu eliminieren. Die Beseitigung von Überständen und undichten Rändern von Versorgungen (in der Regel durch Austausch der betroffenen Füllungen oder Kronen) stellt die Pflegbarkeit sicher. Anpassen der Sättel an den Kieferkamm durch sogenannte Unterfütterungen stellen Routinemassnahmen dar und sorgen für eine gleichmässigere Belastung von Ankerzähnen und Kiefer. In einigen Fällen muss auf ein für die Zähne weniger belastendes Konzept für einen Zahnersatz bei Parodontose (evtl. mit Unterstützung durch Zahnimplantate) umgestellt werden.


parodontitis.com-Fazit:

Schlechte Kronen und schlechte Füllungen verursachen Schmutznischen, die eine Bakterienansammlung und damit auch die Entstehung einer Parodontitis begünstigen bzw. deren Therapie oder Prognose verschlechtern. Auch Zahnersatz, der zu Überlastungen der Zähne führt, sollte im Rahmen eine parodontologischen Behandlung optimiert werden.

 

Quellen:
Thomas E. Van Dyke, DDS, PhD und Sheilesh Dave, Risk Factors for Periodontitis, J Int Acad Periodontol. 2005 January; 7(1): 3–7.
H. F. Wolf, K. u. E.M. Rateitschak, Band 1: Parodontologie: Farbatlanten der Zahnmedizin Thieme; 3. Auflage (2012)
H.-C. Plagmann; Lehrbuch der Parodontologie, Carl Hanser Verlag München Wien (1998)

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 05. Juni 2018



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