Pseudotasche: Zahnfleischtasche ohne Parodontitis

Die Tiefe einer Zahnfleischtasche (gemessen durch die Sondierung mit einer sogenannten Parodontalsonde) gilt als wichtigstes klinisches Kriterium für das Ausmass der parodontalen Entzündung und einem entsprechenden Knochenverlust an einem Zahn. Die Taschentiefe kann aber auch bei geschwollenem oder vergrössertem Zahnfleisch erhöht sein, ohne dass es zu einem Knochenabbau durch Parodontitis gekommen sein muss. In solchen Fällen spricht man von einer Pseudotasche.

Pseudotaschen bei Gingivahyperplasie  
Gingivahyperplasie: Pseudotaschen  

Ursachen für Pseudotaschen

Ein vergrösserten Abstand zwischen Zahnfleischobergrenze und Knochenbeginn (Taschentiefe) kann in bestimmten Fällen auch ohne Knochenabbau durch Parodontitis entstehen.

Behandlung der Pseudotasche

In Fällen einer Zahnfleischentzündung als Ursache ist hier die optimierte Zahnpflege, professionelle Zahnreinigung indiziert. Bei der medikamentös induzierten Gingivahypertrophie/Gingivahyperplasie ist die Medikation zu überdenken.


Literatur:
Deutsche Gesellschaft für Parodontologie, Die Klassifikation der Parodontalerkrankungen,, Quintessenz Verlag, 1. Auflage (10. Juni 2013)
H. F. Wolf, K. u. E.M. Rateitschak, Band 1: Parodontologie: Farbatlanten der Zahnmedizin Thieme; 3. Auflage (2012)
Jamal M Stein, Georg Conrads et al., Moderne Parodontologie in der Praxis: Band 1: Grundlagen, Klassifikation und Diagnostik, Spitta Verlag, 2010

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 12. September 2017



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