Soor

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Parodontitis in Köln
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Die Fragen in unserem Parodontose-Selbsttest sind so gewählt, dass Sie sie entweder direkt oder mit Hilfe eines Spiegels leicht beantworten können. So können Sie sich schnell über Ihr persönliches Parodontitis-Risiko informieren. Zur 1. Frage.

Soor (Hefepilzinfektion der Mundschleimhaut, orale Candidiasis)

Eine recht häufige Mundschleimhauterkrankung ist der Soor, eine Infektion mit dem Hefepilz Candida albicans (Candidiasis). Typisch ist eine entzündliche Rötung der befallenen Bereiche, die durchaus auch brennende Beschwerden verursachen können (erythematöse Form). Pathognomonisch sind aber weißliche Beläge, die sich abstreifen lassen (Pseudomebranöse Candidiasis). Es gibt auch Verlaufsformen, die mit einer Wucherung, Vergröberung der festen Schleimhaut (z.B. am Gaumen) einhergeht (hyperplastische C.).

Soor vor allem nach Antibiotikaeinnahme und unter Prothesen

Hypertrophe Mukositis/ Prothesenstomatitis
Plaque am Zahnfleischhals mit Gingivitis

Eine Candidamykose entwickelt sich einerseits dann, wenn die normale bakterielle Mundflora gestört ist, so dass sich C.a. ausbreiten kann, z.B. nach Einnahme von Antibiotika. Aber auch eine Immunschwäche kann Auslöser sein. Häufiger jedoch kriegt der Hefepilz Überwasser, wenn ideale Wachstumbedingungen für ihn herrschen, wie es unter Prothesen der Fall ist (Prothesenstomatitis).

Aufgrund der Häufigkeit und der entzündlichen Erscheinung, die auch das Zahnfleisch umfassen kann, muss die orale Candidose als Differentialdiagnose von einer Parodontitis in Betracht gezogen werden. Die Diagnose sollte aber einem erfahrenen Behandler aufgrund der klaren Zeichen (pseudomembranöse Beläge) nicht schwer fallen. Schwieriger wird es, wenn Parodontitis und Soor parallel auftreten.

Therapie des Mundsoor

Erst einmal sollte man den Ursachen für die Pilzinfektion auf den Grund gehen, denn: allgemeingesunde Menschen trifft es selten. Liegt eine Allgemeinerkrankung mit Effekt auf das Immunsystem vor? Muss die Mund- und Prothesenhygiene verbessert werden?

Zunächst kann man therapeutisch auf desinfizierende und anstringierende Mundspüllösungen zurückgreifen. Die Hartnäckigkeit von Candida albicans spricht aber für eine gezielte antimykotische Therapie.

Orale Antimykotika gegen Candidiasis

Es gibt eine Reihe von Chemotherapeutika (Antimykotika), die wirksam zur Behandlung einer Candida-Mykose eingesetzt werden können.
Für eine oberflächliche Schleimhautentzündung sollte man eine lokale Gabe einer systemischen Behandlung (z.B. mit Tabletten) aufgrund der Nebenwirkungen vorziehen. Um das Problem in der Mundhöhle, das Therapeutikum an Ort und Stelle zu halten, um die Infektion zu behandeln, nutzt man Lutschtabletten, Mundgele oder Suspensionen.

  • Nystatin Suspension (z.B. Moronal®): 4 bis 6 x täglich 1ml im Mund verweilen lassen
  • Amphotericin B (z.B. Ampho-Moronal®) Lutschtabletten oder Suspension: 4 x täglich lutschen, Suspension im Mund verweilen lassen
  • Miconazol Mundgel (z.B. Micotar®): 4 x täglich
  • Natamycin (z.B. Pimafucin 10mg®) Lutschtabletten: 4-6 x täglich.

Bei Prothesenstomatitis ist man mit antimykotischen Lacken oder Haftpulver (Fugan®), das auf die Prothesenbasis aufgetragen wird, erfolgreich. Hier wäre auch Miconazol Mundgel sinnvoll.

Bei hartnäckigen Infektionen, insbesondere bei immungeschwächten Patienten, kommt eine systemische antimykotische Therapie (Tabletten) in Betracht.

Fazit:

Soor ist häufig und sollte gut von einer Parodontitis abzugrenzen sein.

Literatur:
Straßburg, Manfred u. Knolle, Gerdt, Farbatlas und Lehrbuch der Mundschleimhauterkrankungen, Quintessenz Verlag, 3. Auflage 1991
Geibel, Margrit-Ann; Erkrankungen der Mundschleimhaut in der zahnärztlichen Praxis Lehmanns, 2014 Chi, Angela C., Neville, Brad W. et. al., Oral Manifestations of Systemic Disease, Am Fam Physician. 2010 Dec 1;82(11):1381-1388
Herstellelrinformationen Micotar®, Ampho-Morona®l, Moronal®, Fugan®, Pimafucin®