Welche Kosten der Parodontosebehandlung übernimmt die Krankenkasse, welche nicht?

Die Kosten für eine Parodontitistherapie werden grundsätzlich sowohl von den privaten als auch den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dabei gehören neben der geschlossenen Wurzelglättung (SRP) auch die chirurgische (offene) Parodontitisbehandlung zum Leistungsangebot der Kassen, also ohne eigene Kosten für den Patienten. Regenerative Massnahmen und spezielle Verfahren (Laser, Vector®) sind keine Kassenleistung, werden aber von den Privaten übernommen.

 
Einige Behandlungen übernimmt die Kasse nicht  

Genehmigung vor Behandlungsbeginn für die Kasse

Damit die Kosten übernommen werden, muss bei der Krankenkasse ein Antrag auf Parodontosebehandlung gestellt werden. Eine Zahnfleischbehandlung kann nur nach Ablauf von 2 Jahren zu Lasten der Kasse wiederholt werden.

Der Leistungumfang der Kassen bei der Parodontosebehandlung umfasst:

Diese parodontologischen Leistung sind privat

PZR (professionelle Zahnreinigung)

Das moderne Konzept der Parodontitistherapie beinhaltet eine professionelle Zahnreinigung vor der Parodontosebehandlung. Die Kosten für diese PZR und auch für sinnvolle/notwendige professionelle Reinigungen im Recall müssen privat getragen werden.

GOZ 1040 (PZR), BOZ 1000/1010 (Mundhygieneindex), evtl. GOZ 4005 (Parodontalindex): eine PZR kann da mit ca. 150€ zu Buche schlagen. Viele Praxen bieten aber Pauschalangebote für Kassenpatienten zwischen 70 und 100€ an.

Bakterientest: Keimbestimmung vor Behandlung und als Kontrolle

Verursacher der Parodontitis sind Bakterien. Wenn man den Markerkeimen der Parodontitis vorab auf die Spur für eine gezielte adjuvante Antibiotikatherapie kommen will, kann man spezielle Bakterientests durchführen. Kosten: je nach Testverfahren.ca. 65-100€

Laserbehandlung und Vector®

Auch Laserbehandlungen oder die Behandlung mit dem Vector® (schmerzarme Parodontosebehandlung) sind keine Kassenleistungen und müssen privat nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) beglichen werden. Privat Versicherte sind da besser gestellt. Im Allgemeinen übernehmen die Privaten auch die neueren Verfahren, wenn sie wissenschaftlich dokumentiert sind. Auch die injektionsfreie Betäubung des Zahnfleisches mit Oraquix® ist nicht Bestandteil der Kassenverträge.

Mehr über die Kosten für Laserbehandlung und Vector®

Regenerative Parodontalchirurgie

Die Heilung einer Parodontitis nach den klassischen chirurgischen Methoden übernimmt zwar die Kasse, Gewebe-Regenerationen (GTR), Rezessionsdeckungen, Emdogain® oder Papillenrekonstruktionen werden jedoch nur von den Privatversicherern übernommen. Als Kassenpatient muss man selber in die Tasche greifen. Je nach Maßnahme können da schnell einige Hundert Euro pro Zahn in Rechnung gestellt werden.

Kostenvoranschlag anfordern, Kosten kalkulieren

Die o.g. Preise für private Leistungen orientieren sich an Leistungen der GOZ 2012 , die sich zwischen dem 2,3 und dem 3fachen Faktor bewegen. Je nach Schwierigkeit können diese Multiplikatoren vom Zahnarzt auch höher=teurer angesetzt werden. Begleitleistungen wie Lokalanästhesien, die bei reinen Privatbehandlungen nicht über die gesetzliche Krankenkasse abgerechnet werden können, sind nicht mit gerechnet. Wir empfehlen, sich einen Kostenvoranschlag für die Behandlungen erstellen zu lassen. Insbesondere wenn die Prognose des Zahns kritisch ist und noch Zahnersatz ansteht, sollte man erhebliche Investitionen überdenken. Da kann der Ersatz durch ein Zahnimplantat wirtschaftlicher sein.

Fazit:
Die klassische Tour wird von der Krankenkasse übernommen. Heilung ist auf Kassenkosten also drin. Regeneration, High Tech und sanfter Luxus sind aber nicht inbegriffen. Bei aufwändigen Regenerationen können die Behandlungskosten leicht aus dem Ruder geraten.

 

Quellen:
GOZ 2012 (Gebührenordnung für Zahnärzte)
BEMA (Gebührenverzeichnis für Kassenleistungen)
Abrechnung Laser, Zahnärztekammer, dens 4/2013

Bildquelle: Istockphoto 36629084

Letzte Aktualisierung am Montag, 04. September 2017



Anzeige