Cytomegalie-Virus (CMV) und Epstein-Barr-Virus (EBV) als Auslöser einer Parodontitis

Die Rolle von bestimmten Vertretern aus der Gruppe der Herpes-Viren, wie z.B. dem humanen Cytomegalie-Virus (CMV) und dem Epstein-Barr-Virus Typ-1 (EBV-1), wird als Risikofaktor bei der Entstehung der Parodontitis oder ihrem Einfluss auf den Verlauf schon seit langem diskutiert. In Viren wird ja auch ein Wegbereiter für andere bakterielle Infektionen gesehen, wie man es z.B. für Lungenentzündungen nachweisen konnte. Es ist daher keineswegs abwegig, dass Viren auch für parodontale Infektion eine Einstiegsrolle spielen.

Auffällig ist der in manchen Studien häufige Nachweis von CMV und EBV-1 Cytomegalie-Virus bei manifesten Zahnbettentzündungen. In anderen Studien konnte dieser Nachweis dagegen nicht erbracht werden. Auch eine Ableitung von bestimmten Verläufen ist mit Anwesenheit bzw. Fehlen von CMV und EBV-1 nicht sicher zu korrelieren. Die Interpretationen des gesammelten Datenmaterials gehen daher weit auseinander und liegen zwischen „genereller Auslöser“ und „zufälliger Anwesenheit“. Das letzte Wort ist wissenschaftlich hier noch nicht gesprochen. Bei der schwer verlaufenden NUG/NUP scheint eine vorausgehende Virusinfektion als ernstzunehmender Faktor wahrscheinlich zu sein.

Aufgrund der geringen therapeutischen Möglichkeiten in einer etwaigen Frühphase einer parodontalen Virusinfektion liegt der akademische Wert einer solchen Erkenntnis zurzeit über dem Klinischen.

 

Quellen:
Yapar, M, Sygun, I et al.; Prevalence of Human Herpesviruses in Patients with Aggressive Periodontitis, Journal of Periodontology, November 2003, Vol. 74, No. 11, Pages 1634-1640
Jamal M. Stein, Sareh Said Yekta et al; Failure to detect an association between aggressive periodontitis and the prevalence of herpesviruses. Journal of Clinical Periodontology 40:1, 1-7
Online publication date: 1-Jan-2013.
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Ebner, J.-P., Weber, C. et al; Zur ätiologischen Bedeutung des Zytomegalie-Virus für die Parodontitis und die akute nekrotisierende ulzerative Gingivitis, Acta Med Dent Helv, Vol 4: 5/1999

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 05. Juni 2018



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