Bakterientestung: Mikrobielle Testverfahren

Von den vielen verschiedenen Bakterien, die sich in der Mundhöhle aufhalten, gibt es nur wenige, die bei der Entstehung einer Parodontitis eine entscheidende Rolle spielen, nämlich die parodontalen Markerkeime. Sind diese in einer erhöhten Anzahl in der Mundhöhle vorhanden, ist die Erkrankung an einer Parodontitis wahrscheinlicher, der Verlauf schwerer und das Behandlungskonzept mitunter auf eine zusätzliche gezielte Antibiotikagabe zu erweitern. Die Identifikation dieser Markerkeime stellt also eine wichtige Information dar, die man durch eine Bakterientestung erhalten kann.

 
Mikrobiologische Diagnostik:
Anzüchtung nur noch selten
 

Wann ist eine Bakterientestung sinnvoll oder notwendig?

Eine allgemeine Testung auf diese Keime ist nicht zuletzt aus Kostengründen kaum durchführbar. In einer gemeinsamen Stellungnahme der 2 wortführenden wissenschaftlichen Verbände: DGP (Deutsche Gesellschaft für Parodontologie) und DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten) wird die Testung für folgende Situationen empfohlen:

Bei der häufigsten Form, der chronischen Parodontitis, wird eine Testung zum Anfang einer Behandlung dagegen nicht generell empfohlen.

Welche Testverfahren gibt es?

Ein effektives Testverfahren muss einige Voraussetzungen erfüllen: es muss die Keime sicher identifizieren, leicht in der Handhabung und wirtschaftlich sein.

  1. Molekularbiologische Verfahren-DNA Identifikation
  2. Bakterienkulturen (Lebendanzüchtung)
    Die Bakterienkultur gilt zwar als Goldstandard in der bakteriologischen Diagnostik, ist aber leider sehr aufwändig.
  3. Mikroskopie

Von den über die Zeit entwickelten Verfahren hat sich nur der molekularbiologische Gen-Nachweis als für die zahnärztliche Praxis praktikabel herausgestellt. Man weist die Bakterien damit nicht an sich nach, sondern setzt auf in Testmedien vorhandene Nachweismoleküle, die auf DNA-Anteile verschiedener Markerkeime sensibel reagieren.

Hier gibt es Infos zu Infos zu den Kosten für eine Bakteriologie.

Fazit:
Bakteriendiagnostik ist insbesondere bei Fällen, bei denen eine zusätzliche Antibiotikatherapie zur Debatte steht, sinnvoll. Am häufigsten werden heute molekularbiologische Verfahren zur DNA-Identifikation von Markerkeimen eingesetzt.


Quellen:

P. Eickholz, F. Baron, B. Dannewitz, Glossar der Grundbegriffe für die Praxis, Parodontologische Diagnostik, Teil 3: Mikrobiologie, Parodontologie 2008;19(2):165-174
Mikrobiologische Diagnostik in der Parodontitistherapie; Gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DGP) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten (DGZMK), DZZ 60 (2005) 12

Bildquelle: istockphoto 26219624

Letzte Aktualisierung am Mittwoch, 06. Juni 2018



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