Laser für die photodynamische Therapie (aPDT)

Die aktivierten photodynamischen Therapie (aPDT) beruht auf der Grundlage, dass Laser ein energiereiches Licht bestimmter Wellenlänge produzieren, welches gezielt für die Abtötung von Bakterien genutzt werden kann. Dafür werden die Parodontitis-Baktieren in der Zahnfleischtasche mit einem speziellen Farbstoff angefärbt, und absorbieren danach die Lichtenergie des Softlasers, was zu deren Tod führt. Es ist also eine rein antibakterielle Behandlung ohne Entfernung von Konkrementen oder Wurzelglättung. Eine vollständige Parodontistherapie stellt die aPDT also nicht dar.

Photodynamische Therapie (aPDT) - Bakterien erschiessen  
apdT: schlankes Gerät, schmerzfreie Anwendung  

 

Wissenschaftlicher Steckbrief:

  • Dioden-Softlaser, d.h. mit elektrischem Strom gepumpt
  • Wellenlänge: 660nm
  • seit 1990er Jahre in der Zahnmedizin etabliert, wissenschaftlich gut dokumentiert
  • Farbstoff/Photosensitizer: Phenothiazinchlorid

Wirkung und Anwendung der PDT

Der Wirkmechanismus basiert auf einer photodynamischen Wechselwirkung, d.h. das Laserlicht aktiviert einen abgestimmten Photosensitizer (Phenothiazinchlorid). In der Behandlung ist der Photosensitizer das Färbemittel, das sich nach bestimmter Einwirkzeit in den Zellwänden der Bakterien anreichert. Die Anreicherung funktioniert deshalb so gut in den Zellwänden, weil dort viele ungesättigte Fettsäuren vorliegen, die besonders gut den Farbstoff aufnehmen. Die Anfärbung der Bakterien ist dabei unspezifisch: anaerobe, aerobe, aggressive Markerkeime oder harmlose Saprophyten.

Durch die Lichtaktivierung des Lasers entsteht eine reaktive Sauerstoffart (Singulettsauerstoff), die die Zellwände der Bakterien zerstört. Nicht angefärbte Zellen werden nicht beschädigt.

Vorteile der photodynamischen Therapie (aPDT)

  • schmerzlose Behandlung
  • durch niedrige Wellenlänge und Wirkung nur mit Färbemittel besteht keine Gefahr für gesundes Gewebe
  • keine Resistenzbildung (wie z.B. bei Antibiotikum möglich)
  • gezielte Behandlung

Nachteile

  • keine PAR-Behandlung da keine Wurzelglättung und keine Konkremententfernung
  • unspezifische Wirkung, d.h. es werden alle Bakterien abgetötet, die angefärbt werden, nicht nur schädliche Keime
  • für generalisierte Behandlung (aller Zahntaschen) zu zeitaufwendig
  • Kosten werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen
  • Farbstoff reichert sich schlecht bei Blutungen in den Zellwänden an
  • richtige Handhabung wichtig (bei zu viel Färbemittel verringert sich der Effekt enorm)
  • vorübergehende ästhetische Beeinträchtigung (ca. 2-3 Stunden), weil umliegendes Gewebe auch etwas Färbemittel aufnimmt

Weitere Anwendungsbereiche

  • Weichgewebeinfektionen an Implantaten, Periimplantitis
  • Desinfektion des Dentins nach einer Kariesentfernung
  • Behandlung von Mundschleimhauterkrankungen (z.B. Herpes, Pilze, Aphten etc.)
  • unterstützende Desinfektion der Wurzelkanäle bei der Wurzelkanalbehandlung

Kosten für die photodynamische Therapie

Für die photodynamische Therapie gilt wie für aller Laseranwendungen: keine Kassenleistung. Es gilt die privaten Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ 2012), bei der analog für die geschlossene Parodontosebehandlung nach GOZ 4070/4075 und bei der offenen Parodontosebehandlung nach GOZ 4090/4100 abgerechnet wird. Dazu kommt noch der Zuschlag für einer Laserbehandlung.

Fazit:
Die aPDT stellt keine Alternative zur Reinigung und Glättung der Wurzeloberflächen (SRP) dar. Sie ist aber in der Lage Bakterien in infizierten Taschen gezielt schmerz- und nebenwirkungsfrei abzutöten. Gegenüber einer alternativen Antibiotikabehandlung der Parodontitis ist sie bei Infektion vieler Zahnfleischtaschen zu zeitintensiv. Als Ergänzungstherapie einzelner entzündeter Taschen aber eine gute Option.

Quellen:
Wissenschaftliche Stellungnahme der DGParo/DGZMK, Laser in der Parodontologie, 2005
F. Schwarz, A. Aoki, J. Becker, A. Sculean, Laseranwendung zur nichtchirurgischen Parodontitistherapie: Bisher keine Vorteile gegenüber konventioneller Therapie nachweisbar (a Systematik Review), J Clean Periodontol 35 (Suppl.38):29-44, 2008
A. Braun, Antimikrobielle Phoztodynamische Therapie im Rahmen der Endodontie und Parodontitistherapie, zahnmedizin up2date, Georg Thieme Verlag, 6,2010

Letzte Aktualisierung am Donnerstag, 07. Juni 2018



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