Zahnfilm (Einzelzahnröntgen)

Der Zahnfilm und das OPG (Orthopantomogramm) sind die klassischen bildgebenden Verfahren in der zahnärztlichen Praxis. Sie beruhen auf der konventionellen Röntgentechnik mit gerichteter Strahlenquelle und einem Medium (z.B. einem Röntgenfilm), das die Strahlen abspeichert und ein 2-dimensionales Röntgenbild erzeugt. Beim Zahnfilm werden in der Praxis heutzutage 2 Technologien angewendet:

  • klassische Röntgenfilmtechnik (muss entwickelt werden) und
  • digitale Speicherung mittels Speicherfolie oder Sensor.
Zahnfilm Parodonitose Zahnfilm-Einzelzahnroentgen
Beste Detailinformationen
durch Einzelzahnröntgen
Zahnfilm: ca. 4 Zähne
auf einem Bild

Technik des Zahnfilms

Den Zahnfilm gibt es in den Grössen 3x4cm und 2x3cm. Um den gewünschten Zahn im Röntgenbild darzustellen, wird der Röntgenfilm bzw. Sensor oder Speicherfolie in den Mund des Patienten zungenseitig direkt hinter dem Zahn platziert und dort entweder durch den Finger des Patienten oder durch spezielle Röntgenbildhalter an Ort und Stelle gehalten. Das Röntgengerät mit Tubus wird in sogenannter Rechtwinkeltechnik auf den Zahnfilm gerichtet und ausgelöst. Alle sogenannten Strahlengang-befindlichen Strukturen werden genau aufgezeichnet. Der Zahnfilm ist daher detailreich und scharf. Auf einen Zahnfilm passen bis zu 4 Zähne, für einen kompletten Status (aller Zähne) sind meist 9-10 Zahnfilme notwendig.

Digitales oder analoges Röntgen?

Durch die digitale Entwicklung von Röntgenbilder ergeben sich gegenüber der analogen Technik mit Röntgenfilmen und chemischer Entwicklung eine Reiher von Vorteilen:

  • geringe Strahlenbelastung
  • Bild sofort oder zeitnah verfügbar
  • kein Chemikalienverbrauch und- abfall
  • Zeitersparnis erheblich
  • verwertbar meist auch nach Fehlbelichtungen
  • Archivierung und Dokumentation erleichtert
  • Zur Verfügung stellen, Duplizieren einfach
  • Keine Fehlerquelle im Entwicklungsprozess

Als nachteilig ist die Investition in teurere Technologie und die Notwendigkeit von Bildschirmen zur Visualisierung anzusehen.

Strahlenbelastung durch einen Zahnfilm

  • analoge Röntgentechnik (Entwickler): 0,054 MSv
  • digital: 0,041 MSv.

Mehr zu dem Thema Strahlenbelastung durch Röntgen

Zahnfilm und OPG im Vergleich

Vorteile Zahnfilm

  • detailliertere Information des Bereichs
  • geringe Strahlenbelastung (bei wenigen Bildern)
  • schnelleres Handling (bei wenigen Bildern)

Vorteile OPG (Orthopantomogramm)

  • schnelle und einfache Diagnostik bei der Beurteilung vieler Zähne/ der gesamten Kiefer
  • auch angrenzende Strukturen werden dargestellt (Zusatznutzen)
  • raschere Beurteilung durch Übersicht (statt 10 Zahnfilmen bei Röntgenstatus)
  • Knochenverlauf insgesamt sicherer zu beurteilen
  • deutlich angenehmer für den Patient (als viele Bilder in den Mund platziert)


Fazit:
Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Zahnfilm die detailliertere Aussage über den geröntgten Abschnitt zur Verfügung stellt und (bei wenigen Bildern) eine geringere Strahlenbelastung aufweist. Die digitale Technik hat gegenüber dem analogen Zahnfilm entscheidende Vorteile. Bei vielen zu beurteilenden Zähnen (Röntgenstatus) ist ein OPG deutlich angenehmer für den Patienten, und der Knochenverlauf lässt sich insgesamt besser beurteilen.

Quellen:
Schneider, M, Radiologische Bildgebung in der Zahnheilkunde, Zahnmedizin up2date 5/2013, 477–501, Thieme Verlag
Kiefer, H., Lambrecht,T., Roth, J., Strahlenexposition von analogen und digitalen Zahnstaten und Panoramaschichtaufnahmen, Schweiz Monatsschr Zahnmed, Vol 114: 7/2004

Letzte Aktualisierung am Mittwoch, 06. Juni 2018



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