Erhöhtes Parodontitis-Risiko durch PCO-Syndrom?

Türkische Wissenschaftler widmeten sich in einer Studie abermals der Frage, ob das sogenannte Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) bei Frauen mit einem erhöhten Parodontose-Risiko einhergeht.

PCOS: Häufigste hormonelle Störung bei Frauen

PCOS fasst als Oberbegriff verschiedene Erscheinungsformen der Erkrankung zusammen, welche durch einen gestörten Stoffwechsel bzw. eine Störung des Hormonhaushaltes zustande kommt. Das Polyzystische Ovarialsyndrom kann sich in Unfruchtbarkeit, Zystenbildung in den Eierstöcken und einem erhöhten Androgenspiegel äußern und zählt zu den weltweit häufigsten hormonellen Störungen.

Studie vergleicht verschiedene Parameter der Mundgesundheit

Für die Studie wurden insgesamt 206 Frauen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren auf ihre Mundgesundheit überprüft. 116 Patientinnen mit PCO-Syndrom und zum Vergleich 90 gesunde Frauen. Verglichen wurden Gingiva, Plaque-Indizes, Bluten auf Sondierung (BOP), Sondierungstiefe, Attachmentverlust und der so genannte "DMF-T-Index". Der DMF-T-Index ("decay-missing-filled index" oder "decayed, missing, and filled teeth index") wird erstellt, um den Gesundheitszustand eines Gebisses zu beurteilen. Durch die Dokumentation fehlender, gefüllter oder verfallener Zähne, kann die Kariesneigung und der zukünftige Behandlungsbedarf eingeschätzt werden.

Tiefere Zahnfleischtaschen bei Frauen mit PCO-Syndrom

Im direkten Vergleich zu den gesunden Patientinnen, zeigten sich bei den Frauen mit PCOS höhere Werte für die Sondierungstiefe in den Zahnfleischtaschen. Bei den übrigen Vergleichspunkten wurden keine ausgeprägten Unterschiede festgestellt.

Fazit: Frauen, die unter dem PCO-Syndrom leiden, sollten regelmäß für Kontrollbesuche zum Zahnarzt gehen. Nur dann kann eine Parodontose schnell erkannt und behandelt werden.


Quelle: doi.org/10.1111/jog.14179

Letzte Aktualisierung am Dienstag, 12. Mai 2020
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