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Das Parodontose-Forum: Hilfe bei Fragen zur Parodontitis

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Kann Parodontitis übersehen werden?

Zitat

Sehr geehrte Zahnmediziner/innen,

kann Parodontitis von einem erfahrenen Zahnarzt übersehen werden? Ich habe seit einem Jahr Probleme mit Zahnfleischrückgang und bin beim ersten Anzeichen zum Zahnarzt gegangen. Seither war ich bei 3 verschiedenen Zahnärzten und habe immer die Rückmeldung bekommen, es läge keine Paradontitis vor, ich würde evtl. zu viel putzen, hätte empfindliches, aber gesundes Zahnfleisch. Einer der Zahnärzte, ein Paradontologe, hat lediglich eine Sichtkontrolle gemacht und sonst keine Untersuchungen durchgeführt.
Zahnfleischbluten habe ich nicht, aber trotzdem kann ich nicht aufhören, mich zu ängstigen, seit sich mein Zahnfleisch so verändert hat. Ich möchte unter keinen Umständen meinen Partner anstecken, daher möchte ich Parodontitis bei mir unbedingt ausschließen. Was kann ich noch tun?

Zitat

Hallo, mir geht es genau wie Ihnen. Ich habe freiliegende Zahnhälse, weil das Zahnfleisch zurückgegangen ist. Es ist dabei aber nie entzündet gewesen, hat nie geblutet oder war schmerzempfindlich. Es lag also keine Parodontitis vor, was ja eine Entzündung gewesen wäre. Der Zahnfleischrückgang bei gesundem, festem Zahnfleisch scheint anlagebedingt zu sein und kann anscheinend nicht behandelt werden.

Zitat

Hallo!
Mir ist leider genau das passiert.
Ich war ca. 3x pro Jahr im zur PZR bei meinem Zahnarzt. Weil ich mehrmals über schmerzempfindliche Zähne geklagt habe, wurden sogar Röntgenbilder erstellt. 2 Stück im Abstand von 1,5 Jahren.
Bei der PZR sagte mir die Dame immer nur meine Zahntaschen wären was tiefer und man müsste das beobachten. Ich habe nicht weiter gefragt und mich darauf verlassen, das eigentlich alles ok ist.

Erst als ich auf eine erneute genaue Untersuchung gepocht habe, weil sich Zahnlücken bildeten, hat man dann „plötzlich“ festgestellt, das ich bereit Zahntaschen von 10mm hatte und in Teilen Lockerungsgrad 2-3. vorher sagte man mir das Zähne immer bis zu einem gewissen Grad beweglich wären. Nachdem ich mit meiner Patientenakte und den dann insgesamt 3 Röntgenbildern der letzten Jahre bei einem weiteren Arzt war, erklärte man mir das der fortschreitende Knochenabbau auf allen Bildern zu sehen war.

Fazit: mein OK hatte sich bereit großflächig bis zu 70% abgebaut.
Stecke jetzt seit fast 3 Jahre in einer unglaublich schmerzhaften und teuren Prozedur zum Knochenaufbau und Zahnerhalt. Sowas zahlt die KK leider nicht. Bin natürlich zu einem Parodontologen gewechselt.

Mein damaliger Zahnarzt hat schlicht richtig gepennt! Und ich hab mich nicht ausreichend über die Erkrankung informiert und ihm blind geglaubt.

Ich kann nur raten sich bei jeder PZR die Zahntaschentiefe nennen zu lassen und aufmerksam zu bleiben. Sobald etwas über 3-4 mm steigt auf einen Bakterientest bestehen und im Zweifel direkt zur Sicherheit einen Termin bei einem zertifizierten Parodontologen zu machen.

Zitat

, Hallo mir ging es ähnlich im letzten Jahr bin ich mehrfach zum Zahnarzt wegen meinem zahnfleischblutens wurde nichts gemacht ich habe auch darauf hingewiesen dass ich das Gefühl habe dass mein einer Zahn etwas locker ist. Dem sollte ich nicht so viel Bedeutung schenken jetzt war ich im Januar, wie jedes Jahr zur professionellen Zahnreinigung danach hat er Zahnarzt ich doch mal herabgelassen meine zahntaschen zum messen und jteiweise 8mm daraufhin hat natürlich eine paro Handlung vorgeschlagen welche auch die Krankenkasse genehmigt hat diese habe ich aber erst noch storniert weil ich den Zahnarzt gewechselt habe mein neuer Zahnarzt hat die Taschen auch gemessen 9mm jetzt habe ich erneut einen Antrag zur Kasse geschickt und hoffe dass dies genehmigt wird warum ist es bei dir abgelehnt bei welcher Kasse warst du?

Zitat

Bei mir wurde von der KK die grundsätzliche Behandlung, also Zahntaschenreinigung natürlich übernommen.
Leider hatte sich in den Jahren der Untätigkeit meines Zahnarztes fast im gesamten Oberkiefer mein Knochen bereits so stark zurückgebildet, das die Reinigung nicht mehr ausgereicht hat.
Die damalige Lösung hieß nur Entfernung aller Zähne im Oberkiefer und dann eine Prothese, da auch Implantate nicht mehr zuverlässig verankert werden konnten. (Horizontaler und Vertikaler Knochenabbau von 20-70% an verschiedenen Stellen)
Das habe ich für mein Alter (33 Jahre) nicht akzeptieren wollen. Nach einer Erste-Hilfe Behandlung in der Uniklinik durch Beseitigung der Entzündungen habe ich dann viele Monate nach einem Arzt gesucht, der sich einen Knochenaufbau zugetraut hat.
Diese Kosten für Operation und Knochenaufbau sowie der dazugehörigen Behandlung durch einen Kieferorthopäden über 2,5 Jahre übernimmt aber meist keine Krankenkasse und auch leider nicht meine Zusatzversicherung. Ich habe nur die Kosten erstattet bekommen, die eine Prothese gekostet hätte. Die Differenz habe ich selbst bezahlen müssen. Das war extrem viel Geld (18.000,00 € bisher) aber zumindest ist die Behandlung erfolgreich verlaufen und ich habe wieder Knochenanteile bis 70% zurück, mein Lockerungsgrad liegt nur noch bei Grad 1, an einer Stelle bei Grad 2. Bin noch jetzt noch ein Jahr in Behandlung und hoffe das es so weitergeht.
Unfassbar wie fahrlässig manche Zahnärzte arbeiten und damit anrichten.

Zitat

Oh je das klingt ja wirklich furchtbar.... Ich hoffe das parodontose behandlung gut anschlägt. Es ist eben so ärgerlich da geht man nun immer zum Zahnarzt und jedes Jahr zur zahnreinigung und dann enden man doch so. Ich versteh es nicht. Bei mit sind bisher 2zahme leicht beweglich obwohl ein paar Zähne Taschen von 9mm aufweisen. Ich hoffe sehr das die behandlung anschlägt.

Zitat

Oh je das klingt ja wirklich furchtbar.... Ich hoffe das parodontose behandlung gut anschlägt. Es ist eben so ärgerlich da geht man nun immer zum Zahnarzt und jedes Jahr zur zahnreinigung und dann enden man doch so. Ich versteh es nicht. Bei mit sind bisher 2zahme leicht beweglich obwohl ein paar Zähne Taschen von 9mm aufweisen. Ich hoffe sehr das die behandlung anschlägt.

Zitat

[quote=235]Hallo!
Mir ist leider genau das passiert.
Ich war ca. 3x pro Jahr im zur PZR bei meinem Zahnarzt. Weil ich mehrmals über schmerzempfindliche Zähne geklagt habe, wurden sogar Röntgenbilder erstellt. 2 Stück im Abstand von 1,5 Jahren.
Bei der PZR sagte mir die Dame immer nur meine Zahntaschen wären was tiefer und man müsste das beobachten. Ich habe nicht weiter gefragt und mich darauf verlassen, das eigentlich alles ok ist.

Erst als ich auf eine erneute genaue Untersuchung gepocht habe, weil sich Zahnlücken bildeten, hat man dann „plötzlich“ festgestellt, das ich bereit Zahntaschen von 10mm hatte und in Teilen Lockerungsgrad 2-3. vorher sagte man mir das Zähne immer bis zu einem gewissen Grad beweglich wären. Nachdem ich mit meiner Patientenakte und den dann insgesamt 3 Röntgenbildern der letzten Jahre bei einem weiteren Arzt war, erklärte man mir das der fortschreitende Knochenabbau auf allen Bildern zu sehen war.

Fazit: mein OK hatte sich bereit großflächig bis zu 70% abgebaut.
Stecke jetzt seit fast 3 Jahre in einer unglaublich schmerzhaften und teuren Prozedur zum Knochenaufbau und Zahnerhalt. Sowas zahlt die KK leider nicht. Bin natürlich zu einem Parodontologen gewechselt.

Mein damaliger Zahnarzt hat schlicht richtig gepennt! Und ich hab mich nicht ausreichend über die Erkrankung informiert und ihm blind geglaubt.

Ich kann nur raten sich bei jeder PZR die Zahntaschentiefe nennen zu lassen und aufmerksam zu bleiben. Sobald etwas über 3-4 mm steigt auf einen Bakterientest bestehen und im Zweifel direkt zur Sicherheit einen Termin bei einem zertifizierten Parodontologen zu machen.
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Liebe alle

Vielen Dank für eure Erkenntnisse! Auch ich versuche seit rund 4.5 Monaten meinen Zahnfleischrückgang zu bremsen oder stoppen und es will einfach nicht. Viele Probleme kommen aufeinander und bisher konnte mir niemand sagen, weshalb der Rückgang effektiv geschieht oder was ich dagegen tun könnte. Der Rückgang ist vor allem zwischen den Zähnen (diese Spickel, die Zahnfleischspitze, weiss nicht wie man dem korrekt sagt), aber nicht nur, auch bei den Premolaren und überhaupt. Ich stelle es visuell fest, aber auch Speiseresten zwischen den Zähnen seit neuem und die Interdentalbürsten haben plötzlich viel Raum, was vorher nicht war.

Klar, gewisse Probleme bringe ich mit in dieser akuten Phase.

– selbstgemachter Stress, Sorgen und psychischer Druck, folglich auch Depression (nehme seit 1.5 Monaten Antidepressiva)

– Verdacht auf viel Magensäure (durch den Stress, nehme wieder Pantoprazol), folglich säuerlicher Mund (Zahnärzte verneinen einen Zusammenhang, obwohl es gewisse Studien dazu gibt)

– sicherlich etwas Knirschen, aber nicht extrem stark – auch die Frontzähne sind vom Zahnfleischrückgang betroffen, da wüsste ich gar nicht, wie ich knirschen könnte

– Vit. D-Mangel (nehme schon seit 2-3 Wochen Präparat hochdosiert)

– trockener Mund, v.a. in der Nacht wache ich teils mit trockenem Mund auf

Die Zahnärzte (mehrere gefragt, u.a einige der Uniklinik) sagen: sie sehen kein Problem (argh!), immerhin keine Taschen, also keine entzündliches Zahnfleisch, somit fällt Parodontitis, Periodontitis etc. alles weg. Auch Schulmediziner inkl. innere Medizin, Gastroenterologie wissen nichts, um mir zu helfen. Ich bin echt überfordert und aufgeschmissen, es ist zum wahnsinnig werden. Kenne es auch gut, wenn die Zahnärzte einfach nicht glauben wollen. Meine Zahnhygiene sei 1A. Von einer weichen Zahnbürste habe ich noch auf einer superweiche umgestellt, brauche Interdentalbürsten und Mundspülung...

Hab abgesehen davon alle möglichen Sachen ausprobiert: Kaugummi kauen für mehr Speichel im Mund, Vitamine-Ergänzungen, verschiedene Hyaluron-Produkte (für Speiseröhre bzw. Mundspülung wie HyaSept) oder eine Salbe (NBF Gingival Gel)... Hat bislang alles nicht geholfen oder etwas verbessert.

Wenn ich aus einem anderen Forum rauslese, werde ich wohl Vit. C und Zink nun länger und intensiver nehmen, Mundspülung von Elmex mal absetzen (die hatte ich eigentlich auch schon vor der Episode und ging gut) – ein Versuch ist es wert. Aktuell bin ich noch an Rosmarin Urtinktur (von Naturheilärztin) dran, weiss nicht, ob das hilft.

Wenn mir die Ärzte und das Ausprobierte nicht helfen können – wie weiter? Mir wird gesagt, ich solle es einfach akzeptieren... Toll, so was zu hören.

Ich freue mich also über fachkundige Antwort oder vielleicht war wer schon in einer ähnlichen Situation?

Vielen Dank auf jeden Fall und liebe Grüsse,

Robert