Fragen und Antworten im Parodontose-Forum

Nach Keimtest: Geschlossene Kürettage mit AB

Verfasst am: 16. 04. 2017, 20:11
breim
Themenersteller
Dabei seit: 16.04.2017
Beiträge: 1
Guten Abend,

nachdem mein Zahnfleisch über einen längeren Zeitraum stark geblutet hat, hat der Zahnarzt einen Bakterien/keimtest gemacht. Hier zeigte sich, dass sehr aggressive Bakterien in hohem Ausmaß (AA, Tf und andere) in Gange sind, weshalb ich zwei verschiedene Antibiotika für eine Woche genommen habe und ein geschlossene Kürretage gemacht wurde. Die Taschentiefe beträgt 2-3mm. Es soll in ein paar Monaten wieder ein Test gemacht werden und in 3-monatigem Abstand jetzt Mundhygenie-sitzungen. Nun, die geschlossene kürretage, die AB mit ihren nebenwirkungen waren für mich alles andere als ein Spaziergang. Noch dazu zahlt in Österreich meine Kasse keinen Cent davon. Ich habe nun die Befürchtung, da soviele aggressive Keime in Gange waren, dass die AB + geschlossene Kürretage nichts genützt haben. Der Zahnarzt meinte, dass aufgrund der Taschentiefe keine offene Kürretage derzeit erforderlich sei. Was passiert allerdings, wenn die Bakterien beim Kontrolltest nicht weg sind? Muss ich das ganze dann nochmal über mich ergehen lassen? Nochmal AB und geschlossene Kürretage oder offene oder sonst was? Kann man sicher gehen, dass durch die 3-monatigen mundhygenie-sitzungen nicht wieder was auftritt bzw. wie kann ich zusätzlich verhindern, dass beschwerden und keime wiederkommen?

Vielen Dank!

 
Verfasst am: 10. 05. 2017, 13:55
Eanie
Dabei seit: 10.05.2017
Beiträge: 1
Guten Tag

Ich bin eine Dentalhygienikerin aus der Schweiz.
Ich habe soeben Ihren Beitrag gelesen. Was mich in Ihrem Bericht etwas überrascht sind die Sondierungstiefen die Sie erwähnen. Von einer Parodontaltasche wird erst ab 5mm gesprochen. 2-3mm ist noch keine Tasche sondern physiologisch normal. Damit stelle ich aber überhaupt nicht Ihre Parodontitis in Frage. Wer einmal eine Parodontitis durchgemacht hat, sollte stets immer einen regelmässigen Recall einhalten da Rezidive auftreten können.
Sie selbst können dies mit einer sehr disziplinierten und genauen Mundhygiene verhindern.
Wenn Sie Raucher sind und ihnen Ihre Zähne am Herzen liegen, würde ich versuchen mich von dieser Angewohnheit zu verabschieden.
Chirurgische Aufklappungen sind selten indiziert und bei den von Ihnen genannten "Taschentiefen" sowieso nicht.
Eine Dentalhygienikerin mit einer gewissen Berufserfahrung und guter Feinmotorik ist durchaus in der Lage eine Parodontaltasche gründlich zu reinigen. (hängt auch immer von der Taschentiefe und der Lokalisation ab)
Was aber der Nährboden dieser Erkrankung ist sind die Bakterien und diese kommen leider auch lose und in weiche Belege wie Plaque vor. Das heisst vereinfacht gesagt: Die Zahnsteinentfernung ist ein Muss, aber stellt nur ein sauberes Fundament dar. Man muss die Situation trotzdem regelmässig sauber und Bakterienarm halten. ( Mundhygiene & professionelle Zahnreinigungen)
Dieser AB-Cocktail sollte so schnell nicht wieder eingenommen werden. Wenn die Mundhygiene und ein sauberes & gründliches Reinigen einer Fachperson nicht gewährleistet sind, wird die Verbesserung durch AB auch nicht bis in die Ewigkeit halten.

Zu Ihren Fall: sollten Sie nun tatsächlich 2-3mm Sondierungstiefen aufweisen aber einen gewissen Knochenverlust erlitten haben, sind Sie nicht mehr ein aktiver, akuter Parofall. Sie sollten aber stets unter Beobachtung bleiben.

Fazit: am Ball bleiben. Wer einmal ein Parofall war, hat immer ein erhöhtes Risiko dafür.

ich hoffe ich konnte ihnen etwas weiterhelfen.

Liebe Grüsse aus der Schweiz

 


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