Fragen und Antworten im Parodontose-Forum

Behandlung, Bakterientest & Co. - bin überfordert!

Verfasst am: 19. 03. 2017, 14:02
Denny
Themenersteller
Dabei seit: 19.03.2017
Beiträge: 9
Hallo,
habe eine relativ weit fortgeschrittene Paradonitis (teils bis 7 mm).

Habe leider erst im Nachhinein erfahren, dass der Zahnarzt die Paradontose-Behandlung NICHT mit Laser macht - ich dachte, das wäre schon längst Standard?? (natürlich bei Selbstzahlung)

Der Bakterientest soll wohl noch NACH der Behandlung gemacht werden - ich dachte, das muss VORHER gemacht werden?
Bei der Paradontosebehandlung will der Zahnarzt stattdessen weiter in die Tiefe der Taschen gehen und dann mit Chlorhexamed spülen, soll 150,00 € /pro Seite kosten.

Laut Internet sind andere Vorgehensweisen viel effektiver, und jetzt habe ich auch noch von der sog. Lappen-OP gelesen und, dass das Wurzelglätten gut gegen erneute Bakterien hilft....

Ich überlege, ob ich zu einem, mehr auf Paradontologie spezialisierten Zahnarzt wechseln soll, da mir seine Behandlungsschritte irgendwie wenig effektiv erscheinen??

Gruß, Denny
 
Verfasst am: 23. 03. 2017, 10:34
Dr. Dr. B. Zahedi
Dabei seit: 19.01.2015
Beiträge: 13
hallo,
eine parodontosebehandlung mit laser ist keinesfalls standard. aus wissenschaftlicher sicht ist es eher eine problematische technik.
das konzept eines kostenpflichtigen "tiefergehens" und die spülung mit einem allerweltsdesinfektant erschliesst sich mir allerdings auch nicht.
vielleicht holen sie sich eine weiter meinung ein.
gruß
b. zahedi
 
Verfasst am: 23. 03. 2017, 16:52
Denny
Themenersteller
Dabei seit: 19.03.2017
Beiträge: 9
Hallo und vielen Dank für die Rückmeldung!

Halten Sie es für sinnvoll, den Bakterientest erst NACH der der Paradontosebehandlung durchzuführen (so wie mein Zahnarzt es vorhat)?
Ich habe seit etlichen Jahren ständig entzündete Zahnfleischtaschen und habe gelesen, dass man das entsprechende Antibiotikum VOR bzw. parallel zur Paradontosebehandlung nehmen sollte...?

Gruß + danke!
Denny

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 23.03.2017 um 16:53.]
 
Verfasst am: 23. 03. 2017, 17:37
Dr. Dr. B. Zahedi
Dabei seit: 19.01.2015
Beiträge: 13
es gibt da 2 konzepte.
• bei schwerer entzündlicher situation: vorab testen und parallel zur par-behandlung das anti.
• bei eher nicht so starker entzündung: par-behandlung. bei nicht ausreichendem erfolg bakteriologie und anti.
 
Verfasst am: 28. 03. 2017, 12:49
DrPitz
Dabei seit: 28.03.2017
Beiträge: 2
Wenn Sie schon länger und häufiger entzündetes Zahnfleisch bemerken , ist denn schon eine offene Kürretage durchgeführt worden ? Test auf Übersäuerung durchgeführt? Bakterien müssen vorher ermittelt werden, um sie sicherer zu bekämpfen. Sind Sie Diabetiker ? Ist eine Ernährungsberatung angeraten worden?
 
Verfasst am: 28. 03. 2017, 12:53
DrPitz
Dabei seit: 28.03.2017
Beiträge: 2
"DrPitz" schrieb:

Wenn Sie schon länger und häufiger entzündetes Zahnfleisch bemerken , ist denn schon eine offene Kürretage durchgeführt worden ? Test auf Übersäuerung durchgeführt? Bakterien müssen vorher ermittelt werden, um sie sicherer zu bekämpfen. Sind Sie Diabetiker ? Ist eine Ernährungsberatung angeraten worden?
[/Was der Hausarzt für die Mundgesundheit seiner Patienten tun kann

Sowohl Diabetes mellitus als auch Parodontitis sind Erkrankungen, die über Fachgrenzen hinausgehen. Daher erfordert die optimale Behandlung eine enge Zusammenarbeit zwischen behandelndem Hausarzt und Zahnarzt sowie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Patienten.

Die praktische Empfehlung von heute lautet daher: „Jeder Diabetiker sollte zum Zahnarzt überwiesen werden, wie auch umgekehrt die Zahnarztpraxis ein Screeningort für Diabetes sein könnte.“

Diabetespatienten sollten bei Routineuntersuchungen nach Parodontalerkrankungen befragt, über Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung aufgeklärt und an die jährliche zahnärztliche Untersuchung erinnert werden. Kinder und Jugendliche mit der Diagnose Diabetes sollten ab einem Alter von 6 oder 7 Jahren jährlich von einem Zahnarzt untersucht werden.

Bei leicht erkennbaren Symptomen wie Mundgeruch oder Zahnfleischbluten ist eine zeitnahe Überweisung zum Zahnarzt nötig. Werden gelockerte Zähne, Zahnwanderungen oder eitrige Zahnfleischentzündungen beobachtet, so sollte schnell ein Zahnarzt aufgesucht werden, damit er den Verdacht auf Parodontitis abklärt und gegebenenfalls eine Behandlung vornimmt.
 
Verfasst am: 28. 03. 2017, 16:14
Denny
Themenersteller
Dabei seit: 19.03.2017
Beiträge: 9
...vielen Dank für die Rückmeldung!!


Diabetes habe ich nicht und ich ernähre mich seit Jahren basisch und nehme pro- u. präbiotische Tabletten.

Ich mache regelmäßig die von der Kasse bezahlte Parodontosebehandlung u. zusätzlich mehrmals im Jahr die PZR, doch es scheint ja nicht zu wirken, da ich oft alle paar Tage in irgendeiner Zahnfleischtasche eine Entzündung habe (besonders bei geschwächter Immunabwehr, wie Erkältung).
Ist das nicht schon ein Hinweis darauf, dass es Bakterien sind, die gar nicht ohne Antibiotika weggehen??

Ich war bei einem Parodontologen, der mir sagte, dass nach seiner Behandlung meine Zähne schief stehen werden, weil er tief rein müsse.... und, dass meine Zahnhälse "häßlich" würden, weil sie nach seiner Behandlung lang hervorstehen werden, welches man aber mit Füllungen o. ä. wieder ansehnlich machen könne und er auch nicht wisse, ob er alle Zähne retten könne....

Der Zahnarzt war sehr nett, aber ich hatte unglaublich Angst, dass ich es bereuen würde, weil ich mich anschließend wegen der Zähne dann nicht mehr im Spiegel ansehen möchte und ich im Internet auch nicht finden konnte, dass andere Patienten nach einer Behandlung schiefe Zähne bekommen hätten?!?

Daher habe ich einen neuen Zahnarzt gewählt, der mir "kompetent" für meine Sache erschien...
Dieser Zahnarzt will die Parodontosebehandlung nicht - so wie ich es sonst kenne - mit Laser machen, sondern mit Betäubung u. anderen Handinstrumenten inklusiv Wurzelglättung ("offene Kürettage"?)
Erst danach soll nur evtl. ein Bakterientest folgen (laut Helferin hat der Dr. es zuvor nur ein einziges Mal bei einer Patientin durchgeführt...) und eine tiefergreifende Behandlung...

Da ich aber seit Jahren chronisch entzündete Zahnfleischtaschen habe (u. deswegen auch schon mehrmals erfolgreich Antibiotika genommen habe), hätte ich es für sinnvoll gehalten, den Bakterientest VORHER zu machen, um nicht die ganze Behandlung umsonst gemacht zu haben, da ich diese Bakterien anscheinend einfach in mir trage u. diese zuvor vernichtet werden sollten - oder ist das ein Denkfehler??

Allerdings habe ich ja jetzt schon mit der Behandlung begonnen (bereits 2 PZR in kurzen Abständen), so, dass ich mich auch schwer tuen würde, bei einem anderen Zahnarzt wieder von vorne anzufangen....

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 28.03.2017 um 16:19.]
 
Verfasst am: 28. 03. 2017, 17:02
Dr. Friedrun Pitz
Dabei seit: 28.03.2017
Beiträge: 1

Vielen Dank für Ihre ausführliche Schilderung. Ein Test auf Übersäuerung ist also nicht gemacht worden. Am besten kaufen Sie sich in der Apotheke Teststreifen, die Sie mit Urin benetzen, einmal morgens und einmal Abends . Die Farbe des Teststreifens gibt Ihnen Auskunft, ob Sie übersäuert sind. Am besten drei Tage hintereinander prüfen.
Zu der Schiefstellung: die Zähne verändern nur die Stellung, wenn der Knochen weiter zurück geht. Dann sollte man eine offene Kürretage machen, wobei dann noch Medikamente eingegeben werden müssen. Mit der Testung ( Bakterien) vorher haben Sie durchaus recht.
Vermeiden Sie Zucker, Weißmehl , Schweinefleisch und Kaffee.
Wenn Sie noch Fragen haben - jederzeit gerne!
Dr. Friedrun Pitz
 
Verfasst am: 29. 03. 2017, 10:06
Denny
Themenersteller
Dabei seit: 19.03.2017
Beiträge: 9
...nochmals vielen Dank! :)

An einer Übersäuerung liegt es definitiv nicht, da ich, wie gesagt, mich seit Jahren basisch ernähre und tatsächlich auch die Teststreifen immer sehr gut Werte zeigen...

Das mit den Bakterien ist für mich irgendwie immer ein Mysterium, da ich nicht verstehe:
1.) Wenn ein (Breitband-)Antibiotikum ja bereits im Laufe der Jahre zwei-/dreimal gewirkt hat (bei einer Zahnfleischentzündung), warum sind die Parodontosebakterien dann trotzdem noch da?
2.) Statt eines Antibiotikum will der Zahnarzt erstmal nur eine Spülung mit Chlorhexamed bei der PA-Behandlung anwenden (300,00 € Selbstkosten). Ist das bei einer schweren Parodontitis wirklich ein Versuch wert/eine Alternative?
 
Verfasst am: 04. 10. 2017, 08:51
Ralf Keine
Dabei seit: 04.10.2017
Beiträge: 1
"Denny" schrieb:

...nochmals vielen Dank! :)

An einer Übersäuerung liegt es definitiv nicht, da ich, wie gesagt, mich seit Jahren basisch ernähre und tatsächlich auch die Teststreifen immer sehr gut Werte zeigen...

Das mit den Bakterien ist für mich irgendwie immer ein Mysterium, da ich nicht verstehe:
1.) Wenn ein (Breitband-)Antibiotikum ja bereits im Laufe der Jahre zwei-/dreimal gewirkt hat (bei einer Zahnfleischentzündung), warum sind die Parodontosebakterien dann trotzdem noch da?
2.) Statt eines Antibiotikum will der Zahnarzt erstmal nur eine Spülung mit Chlorhexamed bei der PA-Behandlung anwenden (300,00 € Selbstkosten). Ist das bei einer schweren Parodontitis wirklich ein Versuch wert/eine Alternative?

 


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